Wo Groß Borstel aufblüht – vom Schäfer in der Türkei zum Floristen in Hamburg
Die Geschichte von Iman Cümert und seiner Frau ist eine Geschichte von Mut, Neuanfang und der Liebe zu einander und zur Natur.
Blumen haben eine besondere Eigenschaft: Sie sprechen alle Menschen an. Sie sind bunt, duften, strahlen Lebensfreude aus und berühren unsere Sinne. Wo Blumen blühen, fühlen wir uns oft sofort willkommen.
Deshalb fiel mir bei einem Spaziergang durch den Borsteler Bogen sofort die farbenfrohe Bepflanzung entlang des Gehwegs auf. Die leuchtenden Stiefmütterchen vor dem traditionsreichen Blumenladen Kammel sorgten für einen freundlichen Frühlingsgruß mitten im Quartier. Gepflanzt wurden sie von Familie Cümert, die das Geschäft seit mehr als 21 Jahren führt.
Das Ehepaar übernahm den Blumenladen 2005 vom damaligen Inhaber Herrn Kammel, der ihn zuvor bereits rund 30 Jahre betrieben hatte. Gemeinsam sorgen sie nun dafür, dass die lange Tradition des Geschäfts fortgeführt wird. Beeindruckend ist dabei, dass sich die Familie ihr florales Fachwissen über viele Jahre hinweg selbst angeeignet hat – unterstützt durch die Erfahrungen des Vorbesitzers und durch die tägliche Arbeit mit Blumen und Pflanzen.
Wer den Laden betritt, merkt schnell, wie viel Leidenschaft hier in jedem Strauß und jedem Gesteck steckt. Ob Geburtstage, Hochzeiten, Trauerfeiern, Muttertag oder Weihnachten – Blumen begleiten die Menschen durch alle Lebenslagen. Und genau dafür sorgen die Cümerts seit vielen Jahren mit großer Sorgfalt und einem feinen Gespür für ihre Kundinnen und Kunden.
Besonders beeindruckend fand ich jedoch nicht nur die Blumen, sondern auch die Geschichte der Familie. Es ist spannend, mit ihnen über ihren Weg nach Deutschland, die Herausforderungen der ersten Jahre und ihr Ankommen in Hamburg zu sprechen. Man spürt schnell: Groß Borstel ist längst mehr als ein Arbeitsort geworden. Es ist ihre Heimat.
Dass sie sich hier wohlfühlen, merkt man sofort. Die Verbundenheit zum Stadtteil, zu den Nachbarn und den vielen Stammkunden ist in jedem Gespräch spürbar. Gleichzeitig ist auch die Freude daran zu erkennen, den Laden weiterhin mit Leben zu füllen und den Menschen im Quartier jeden Tag ein wenig Farbe und Freude zu schenken.
Und noch etwas muss ich erwähnen: Herr Cümert hat offenbar einen außergewöhnlich grünen Daumen. Die Stiefmütterchen, die ich bei ihm gekauft habe, wachsen auf meinem Balkon besser als alle zuvor. Normalerweise halten sie bei mir nie besonders lange durch. Diese hier scheinen jedoch fest entschlossen zu sein, die Weltherrschaft über meinen Balkon zu übernehmen. Das spricht nicht nur für die Qualität der Pflanzen, sondern vielleicht auch ein wenig für die Magie eines guten Floristen.
Unsere Fragen an Iman Cumer:
Seit wann sind Sie in Groß Borstel selbständig?
Seit 2005 betreiben meine Frau und ich das Geschäft hier. Wir haben es von dem Vorbesitzer Herrn Kemmel übernommen und es nie bereut.
1. Was macht Ihr Geschäft oder Ihr Angebot hier in Groß Borstel besonders?
Blumen braucht eigentlich jeder Mensch irgendwann im Leben. Wir führen hier einen traditionsreichen Blumenladen weiter, den wir 2005 vom Vorbesitzer übernommen haben. Er selbst hatte das Geschäft bereits rund 30 Jahre betrieben.
Viele unserer Kunden begleiten uns seit Jahren oder sogar Jahrzehnten. Dazu gehören Privatkunden genauso wie Einrichtungen, Behörden und Unternehmen aus der Umgebung. Wir gestalten Blumen für die schönen Momente des Lebens, aber auch für die schweren. Genau diese Verbindung zum Quartier macht unseren Laden besonders.
2. Was gefällt Ihnen am meisten daran, in Groß Borstel tätig zu sein?
Groß Borstel hat für mich etwas von einem Dorf – ich komme ursprünglich aus einem Dorf aus Anatolien. Die Menschen kennen sich, man begegnet sich und unterstützt sich gegenseitig. Das gilt sowohl für die Bewohner als auch für die Unternehmer.
Natürlich gibt es auch Themen, über die man unterschiedlicher Meinung sein kann. Aber insgesamt ist der Zusammenhalt groß. Meine Frau und ich sind nicht ohne Grund seit mehr als 21 Jahren hier. Dazu kommt, dass die Umgebung einfach schön ist und wir uns hier sehr wohlfühlen.
3. Welche Wünsche oder Ideen haben Sie für die Zukunft Ihres Viertels oder Ihres Geschäfts?
Wir würden uns freuen, wenn weitere kleine Geschäfte in die Nachbarschaft kommen würden. Jeder neue Laden bringt zusätzliche Menschen und Leben in die Gegend.
Auch die neuen Wohnungen am Niendorfer Weg werden sicherlich dazu beitragen, dass noch mehr Menschen hier unterwegs sind. Wir haben viele Stammkunden, freuen uns aber natürlich immer über neue Gesichter. Insgesamt können wir sagen, dass es uns hier sowohl menschlich als auch geschäftlich gut geht.
4. Bonusfrage: Wie sind Sie überhaupt zu Ihrem Geschäft gekommen?
Ich bin 1997 nach Deutschland gekommen. Damals war ich noch jung und sprach kein Deutsch. Zunächst arbeitete ich in einer Firma für Dönerproduktion. Das war harte Arbeit, aber ich merkte schnell, dass sie nicht zu mir passte.
Ich komme aus einer ländlichen Region in der Türkei. Dort habe ich mit Tieren gearbeitet, war Schäfer und viel in der Natur unterwegs. Deshalb fiel es mir schwer, in einer Fabrikhalle zu arbeiten. Ich bekam 1999 die Möglichkeit, ein Praktikum bei einem Floristen zu machen. Dort hatte ich zum ersten Mal wieder das Gefühl, mit etwas Lebendigem und Natürlichem zu arbeiten.
Als später auch meine Frau nach Deutschland kam, entstand die Idee, gemeinsam ein eigenes Geschäft zu führen. Viele Jahre arbeitete ich mit Herrn Kammel zusammen. Als er in den Ruhestand gehen wollte, haben wir den Laden übernommen.
Heute führen wir das Geschäft seit über 21 Jahren und ich habe diesen Schritt nie bereut. Wir haben drei Kinder, die hier in Hamburg aufwachsen. Für sie ist Groß Borstel ihre Heimat. Deshalb bin ich auch gespannt, ob vielleicht eines Tages eines unserer Kinder das Geschäft weiterführen möchte. Immerhin gibt es diesen Blumenladen inzwischen seit mehr als 50 Jahren. Das muss man in einer eher versteckten Ecke Hamburgs erst einmal schaffen.
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Wer Blumen kaufen möchte, findet bei Familie Cümert nicht nur eine große Auswahl und fachkundige Beratung, sondern vor allem Menschen, die ihre Arbeit mit Herzblut machen. Seit Jahrzehnten gehört Blumen Kammel zum Borsteler Bogen – und trägt dazu bei, dass Groß Borstel jeden Tag ein kleines Stück bunte wird.

Kontakt aufnehmen unter:
Kontaktdaten für Anfragen:
Telefon: 040 5537564
E-Mail: blumen-kammel@gmx.de
Anschrift: Blumen Kammel, Borsteler Bogen 1, 22453 Hamburg
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